Bürgerinformationssystem Stadt Sehnde
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Bürgermeister Herr Kruse: Wie Ihnen bekannt ist, hat der Rat der Stadt Sehnde den Beschluss gefasst, den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Ortsfeuerwehr Sehnde unter Einbeziehung von Räumlichkeiten für die Stadtfeuerwehr Sehnde auf dem Gelände des ehemals von Avacon genutzten Areals zu realisieren. Den entsprechenden Auftrag hat die Infrastruktur Sehnde erhalten. Herr Dickemann, unser Geschäftsführer, sowie Herr Ruffer sind heute anwesend. Gemeinsam mit Herrn Sterling, Herrn Meister und dem Einrichtungsbüro Kiefer & Sander werden sie Ihnen im Folgenden das Konzept vorstellen, das auf Grundlage des vom Rat beschlossenen Raumprogramms entwickelt wurde. Im Vorfeld der heutigen Sitzung fanden bereits Abstimmungsgespräche mit der Ortsfeuerwehr und der Stadtfeuerwehr statt. Dabei wurden erste Entwürfe, die auf Basis der verfügbaren Flächen sowie des Raumprogramms erarbeitet wurden, gemeinsam erörtert. Seitens der Feuerwehr wurden weitere Anregungen eingebracht, die in den nun vorliegenden Entwurf entsprechend eingearbeitet worden sind. Der Rat hat beschlossen, dass die erarbeiteten Ergebnisse dem Ausschuss sowie dem Rat erneut zur Verfügung gestellt werden. Die aktuell vorliegenden Planungen sind inzwischen so weit konkretisiert, dass eine belastbare Kostendarstellung möglich ist. Diese wird im Rahmen der noch nicht abgeschlossenen Haushaltsplanberatungen für das Jahr 2025 sowie der folgenden Jahre in die mittelfristige Finanzplanung einfließen. Herr Ostermeier. Gibt es irgendwelche Unterlagen, die Präsentation ist im Nachgang der heutigen Sitzung? Bürgermeister Herr Kruse: Wir werden versuchen, über eine Cloud zur Verfügung stellen. Herr Jörg Sander: Im Folgenden stelle ich Ihnen den Entwurf des Gebäudes vor. Anschließend wird Herr Post einige Ausführungen zur technischen Gebäudeausstattung machen. Daraufhin gehen wir auf die Gestaltung der Außenanlagen ein. Abschließend befassen wir uns mit dem aktuellen Stand der Kostenschätzung sowie dem Rahmenterminplan und dem weiteren Vorgehen. Das vorgestellte Grundstück befindet sich an der Painerstraße auf dem ehemaligen Abercon-Gelände. Es umfasst mehrere Bestandsgebäude, von denen ein Teil zurückgebaut werden soll, während andere – insbesondere Garagen und Hallen – ertüchtigt und künftig als Lagerflächen für die Feuerwehr genutzt werden. Ein bestehendes Wohnhaus bleibt unberührt. Bei der Planung wurden verschiedene Rahmenbedingungen berücksichtigt, darunter vorhandene Leitungsinfrastrukturen (insbesondere eine nicht verlegbare Mittelspannungsleitung) sowie erhaltenswerter Baumbestand und ein umlaufender Grüngürtel. Der geplante Neubau ist eingeschossig konzipiert und gliedert sich funktional in zwei Bereiche: einen höheren Gebäudeteil mit Fahrzeughalle und Schulungsraum einen niedrigeren Bereich mit Umkleiden, Büros und Werkstätten Die Erschließung erfolgt so, dass Einsatzkräfte im Alarmfall getrennt von ausrückenden Fahrzeugen geführt werden, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Das Grundstück wird funktional gegliedert in: • Parkplatzbereiche im hinteren Teil • Vorflächen für die Fahrzeughalle • eine separate Übungsfläche mit Übungsturm
Im Gebäudeinneren erfolgt eine klare Trennung zwischen Ortsfeuerwehr und Stadtfeuerwehr mit jeweils eigenen Zugängen sowie einem zentralen Alarmeingang. Die Planung entspricht weitgehend dem beschlossenen Raumprogramm. Fehlende Flächen, insbesondere Lager, werden durch die Nutzung von Bestandsgebäuden kompensiert. Architektonisch ist eine Kombination aus Massiv- und Holzbau vorgesehen. Tragende und stark beanspruchte Bauteile werden massiv ausgeführt, während große Teile – insbesondere Dachkonstruktion und Nebenbereiche – in Holzbauweise realisiert werden. Die Gestaltung folgt einem klaren konstruktiven Raster. Ergänzend wird ein Übungsturm errichtet, der verschiedene Einsatzszenarien ermöglicht (z. B. Rettung aus Höhen, Balkonen und Dachflächen). Die Fassadengestaltung orientiert sich an funktionalen und langlebigen Materialien, unter anderem karbonisiertem Holz, das wartungsarm ist und sich gestalterisch für Feuerwehrgebäude eignet. Zur Haustechnik Ingenieurbüro Wolf + Weiskopf GmbH, Herr Nico Vosbring: Wir planen im Gebäude die Lüftungs-, Kälte-, Heizungs- und Sanitärtechnik. Nahezu alle Räume werden mechanisch be- und entlüftet. Kühlung ist insbesondere für Aufenthaltsbereiche mit längerer Nutzung vorgesehen, wie Seminarraum, Funkräume und Stabsraum. Die Fahrzeughalle erhält eine Abgas- und Absauganlage. Die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erfolgt über eine Wärmepumpe, die sowohl Geothermie über Tiefenbohrungen als auch Luft-Sole-Kollektoren auf dem Dach nutzt. Diese Systeme werden kombiniert, um das Gebäude effizient zu versorgen. Die Wärme wird über Fußbodenheizung, Deckenstrahlplatten und Lüftungsanlagen verteilt. Ziel ist eine vollständig regenerative Versorgung ohne fossile Energieträger. Darüber hinaus sind Photovoltaik-Module sowohl auf dem Neubau als auch auf den Bestandsgebäuden vorgesehen, sodass mindestens 50 % der Dachflächen zur Energiegewinnung genutzt werden. Zu den Freianlagen, Herr Martin Dietmar: Das Grundstück bietet eine kompakte Struktur mit ausreichend Raum an den Rändern für zukünftige Einrichtungen. Vorhandene Bestandsgebäude werden in die Gestaltung integriert.
Die Erschließung für Einsatzkräfte erfolgt über eine zentrale Pergola, die das Grundstück umgibt. Vorgesehen sind 42 Stellplätze, überdacht mit Glasflächen. Als Bodenbelag wird vorhandener Schlackenstein wiederverwendet, um Materialressourcen zu schonen. Die Planung sieht verschiedene funktionale Bereiche vor: Aufenthaltsbereiche in Baumgruppen, einen Basketballcourt, den Übungsturm mit angrenzendem Waschplatz sowie offene Flächen für die Ortsfeuerwehr. Ökologische Aspekte werden berücksichtigt, u. a. durch die Anlage von Hecken, Habitatflächen für Vögel und Ausgleichsmaßnahmen. Weitere Ausstattungselemente umfassen Sitzgelegenheiten, Grünflächen, Fahrradbügel (42 Stück), sowie Fahr- und Gehwege aus langlebigem Betonsteinpflaster oder alternativ Asphalt. Die Freianlagen schaffen sowohl funktionale als auch soziale und ökologische Qualitäten, die den Anforderungen der Feuerwehr und der Nutzer gerecht werden. Kostenschätzung: Herr Sander: Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 18,9 Millionen Euro brutto. Diese Summe umfasst: • Alle Vorarbeiten und Baumaßnahmen • Das Bauwerk selbst • Die Freianlagen • Nebenkosten der Planer • Einrichtungskosten Ausgenommen sind lediglich die Grundschutzkosten. Die Kostenermittlung wurde detailliert durchgeführt: Jede einzelne Position wird berechnet, von Türen und Estrich bis zu Außenwänden, einschließlich exakter Flächenberechnungen. Es handelt sich somit um eine präzise, nachvollziehbare Kalkulation, die über eine einfache pauschale Quadratmeterabschätzung hinausgeht. Bürgermeister Herr Kruse: Könnten Sie bitte auf den Plan eingehen und die innerörtliche Verteilung der vorgesehenen Räumlichkeiten sowie deren Nutzung erläutern, insbesondere im Hinblick auf die kommenden Wahlen und die Beteiligung der entsprechenden Angehörigen? Herr Sander: ja, gerne Die Fahrzeughalle bildet den zentralen Bereich des Gebäudes. Es existieren mehrere Eingänge: ein Zugang für die Ortsfeuerwehr vom Stellplatz sowie Zugänge von der Übungsfläche, die eine flexible Durchquerung des Gebäudes ermöglichen. Der große Schulungsraum ist über Eck verglast und höher als die übrigen Räume, mit angrenzenden Nebenflächen wie Stuhllager, Küche und Lager. Die Küche ist so angeordnet, dass Anlieferungen direkt mit Pkw oder Lieferfahrzeugen möglich sind. Weitere Räume umfassen den Bereich der Jugendfeuerwehr, Verwaltungsbüros, Lager- und Abstellräume sowie den Bereitschaftsraum, der in der Nähe der Umkleiden liegt. Die Umkleiden sind getrennt für Herren und Damen, jeweils mit eigenen Sanitärbereichen (Duschen und Toiletten) und einem Schwarz-Weiß-Bereich, der direkten Zugang zur Fahrzeughalle ermöglicht. So können Einsatzkräfte direkt von den Umkleiden in die Fahrzeuge wechseln oder zurück über den geregelten Sanitärbereich. Bürgermeister Herr Kruse: Sagen Sie was zum Umfang der Plätze für den Umkleidebereich? Herr Sander: Das Gebäude ist nach einem klar strukturierten Raumprogramm geplant. Die Umkleiden der Herren und Damen sind mit ausreichend Spinden ausgestattet (inklusive Pufferkapazität). Die WC-Anlagen sind nun geschlechtsneutral organisiert, mit einem gemeinsamen Vorraum und separaten Toilettenbereichen. Weitere Bereiche umfassen: • Schulungs- und Funkräume, inklusive Jugendfeuerwehrbereich • Werkstatt- und Technikräume, darunter Lüftungs- und Technikzentrale mit Dachzugang für Wartung • Atemschutzwerkstatt mit Pläne-, Nass- und Kompressorraum, eigenem Außenzugang zur Übungsfläche • Büro- und Lagerräume für den hauptamtlichen Gerätewart sowie Stabsraum mit Funkraum und kleiner Küche • Büro des Stadtrandmeisters mit eigener Besprechungsmöglichkeit und WC-Anlage • Übungsturm mit drei Ebenen, Fensteröffnungen für Rettungsübungen Die innere Erschließung ermöglicht kurze Wege von Umkleiden zu Fahrzeughalle, Schulungsräumen und Werkstätten, um Einsatz- und Trainingsabläufe effizient zu gestalten. Waschplatz: Der Waschplatz wurde nördlich der vorhandenen Halle angeordnet. Die Lage wurde gewählt, um eine gute Anfahrbarkeit zu gewährleisten und Lärmbelästigungen für das angrenzende Wohnhaus zu vermeiden. Die Fläche ist ausreichend dimensioniert, sodass Fahrzeuge mittig platziert werden können und genügend Abstand für die Reinigung mit Hochdruckgeräten besteht. Es wurde eine Frage gestellt: Bezüglich des vorhandenen Wohnhauses in der Ecke des Grundstücks: Da die Bewohner bislang keinen direkten Feuerwehranschluss haben, stellt sich die Frage, in welcher Form hier Vorsorge getroffen werden kann. Gibt es für die Stadt die Möglichkeit, angrenzende Flächen zu erwerben, um eine bessere Erschließung oder Anbindung an das Feuerwehrgelände zu ermöglichen? Bürgermeister Herr Kruse: Die Stadt beabsichtigt keine zusätzlichen Grundstückskäufe vorzunehmen, da die vorhandene Fläche bereits ausreichend bemessen ist, um die geplanten Funktionen optimal umzusetzen. Zudem wurde im Vorfeld mit der Bauaufsichtsbehörde der Region Hannover geklärt, dass an diesem Standort die Errichtung einer Feuerwehr zulässig ist. Herr Ostermeyer stellt die Frage: Ich wollte die 18,9 Millionen noch mal kommentieren, das ist ja 10 Millionen mehr als wir uns vorhin dargestellt haben! Bürgermeister Herr Kruse: Natürlich haben wir das bislang noch nicht dargestellt. Heute erfolgt gewissermaßen die „Verkündung“ dieses Betrages. Selbstverständlich wird das hauptsächlich im Rahmen der aktuellen Haushaltsplanberatungen stattfinden. Ich meine, wir lagen zuletzt noch bei etwa 11,3 Millionen – darauf möchte ich mich aber nicht festlegen. Es sind also inzwischen keine 10 Millionen mehr. Herr Sander: die Termine Dann schauen wir uns noch einmal die Zeitleiste an: Es handelt sich um einen sogenannten Rahmenplan, den wir aufgestellt haben. Dieser bildet die kommenden Planungsphasen ab: Wann findet der Genehmigungszeitraum statt? Wann können Ausschreibung und Baubeginn erfolgen? Der Rahmenplan stellt somit den gesamten Ablauf dar – von heute bzw. von vor einigen Monaten bis hin zur Fertigstellung des Gebäudes. Aktuell befinden wir uns in der Vorplanung (blauer Balken). Diese soll planmäßig bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Anschließend folgen die Entwurfsplanung und die Genehmigungsplanung. Ziel ist es, etwa Mitte des Jahres den Bauantrag einzureichen. Darauf aufbauend beginnt die Ausführungsplanung. Parallel dazu läuft der Genehmigungszeitraum (grün dargestellt). Dieser gliedert sich in zwei Teile: • die Genehmigung für den Abbruch, die vorgezogen beantragt werden kann, sodass der Abbruch bereits vor der eigentlichen Baumaßnahme beginnen kann, • sowie die Genehmigung für den Neubau des Gebäudes. Parallel zur Genehmigungsphase startet bereits die Ausführungsplanung, sodass erste Ausschreibungen vorbereitet werden können. Im Anschluss folgt das Ausschreibungsverfahren, das bei öffentlichen Bauvorhaben mit entsprechenden Fristen verbunden ist. Der Baubeginn ist für Anfang 2026 vorgesehen. Die geplante Bauzeit beträgt etwa zwei Jahre, sodass die Fertigstellung des Gebäudes für Ende 2027 eingeplant ist.
Beschluss: |
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